Belindas kleine Schwestern

Dank unseres Schutzengels Belinda ist nun Ihre kleine Schwester heil auf dieser Erde gelandet. Sie kam so schnell zur Welt, daß sie als ungeplante Hausgeburt ganz stürmisch unsere Welt kennenlernen wollte.

Sie wurde in der 38.SSW (d.h. die Woche bevor wir Belinda verloren) geboren. Ich bin mir sicher, sie wollte Ihrer Mama die Angst vor der 39.SSW ersparen.

Hier nun die Geburtsdaten von Belindas Schwester:

 

Name:              Melissa Estrella

Geburtstag:    14.10.2002

Geburtsort:    Berlin-Lichtenrade           

Uhrzeit:          8 Uhr 35                                                          

Größe:             51 cm

Gewicht:          3.200 g

 

baby

 

Hier erzähle ich ausführlich von Melissa's Schwangerschaft und Geburt:

 

 

         Die Schwangerschaft mit Melissa Estrella

                 (eine Folgeschwangerschaft)

 

Die Entscheidung es erneut mit einer SS zu versuchen, stand schon ziemlich bald nach Belindas Verlust fest.

Ich fing an meine Körpertemperatur zu messen und anhand der Basaltemperaturkurve meinen Eisprung auszurechnen.Außerdem begann ich mit der Einnahme von einem Folsäurepräparat zur Vorbeugung eines Neuralrohrdefektes beim Embryo.

Wir versuchten es sofort wieder und beim zweiten Eisprung (3 Monate nach Belindas Geburt) klappte es auch, wie zwei positive SS-Test Anfang März 2002 zeigten.

 

Die ersten drei Monate (1.Trimester):

Da ich schon einen Termin bei einem neuen Frauenarzt zum Kennenlernen vereinbart hatte, wartete ich diesen Termin nun ab. Er lag eine Woche nach den positiven Tests. Ich hoffte, dass alles O.K. sei mit dem Embryo. Durch Belindas Verlust hatte ich ja mitgekriegt, was anderen Frauen so alles passiert ist und hatte unheimliche Angst vor einer frühen Fehlgeburt, die ja leider sehr häufig vorkommen. Ein Problem, was ich bei Belindas SS auch noch nicht kannte. Es hatte  mir ja damals auch darüber niemand etwas gesagt!

Am 12.03.2002 ging ich nun zu dem Termin. Der neue Frauenarzt nahm sich sehr viel Zeit und untersuchte mich genau. Im Ultraschall konnte man einen intakten Embryo sehen und das Herz schlug auch schon.

Vs. Entbindungstermin sollte nun der 01.11.2002 sein. Ich konnte ihm ja alle Daten durch meine Temperaturmessungen genaustens sagen und er sah ja auch den Entwicklungsstand auf dem Ultraschall.

Er wollte auch genau wissen, was mit Belinda passiert war und wollte sich den Krankenhausbericht vom alten Frauenarzt anfordern. Er sagte, dass so etwas selten vorkommt und es halt ein großes Unglück gewesen sei. Man könne zwar keine Garantie für diese SS übernehmen, aber man würde mich genaustens überwachen. Insbesondere im Endstadium der SS.

Ich beschloss diese neuen Testhandschuhe zur Überwachung des pH-Wertes in der Scheide zu besorgen und regelmäßig zu testen. Dadurch stellte ich auch zweimal einen erhöhten pH-Wert fest und der Frauenarzt verschrieb mir Milchsäurebaktieren in Zäpfchenform. Eine gute Sache das mit den Handschuhen, finde ich. Erstens kann man Selbst etwas zum Schutz des Ungeborenen tun und zweitens kann schneller reagiert werden und somit eine eventuelle Frühgeburt durch aufsteigende Bakterien verhindert werden (ist wohl auch ein häufiger Grund für Frühgeburten)

Beim nächsten Termin (12.04.2002) sollte der 1. offizielle Vorsorgetermin sein. Da bekam ich dann auch meinen Mutterpass wieder (ich wollte denselben wie bei Belinda wieder nehmen) Mein Baby hatte sich gut entwickelt.

Trotzdem waren die ersten drei Monate fürchterlich. Ich merkte aber auch, dass diese SS doch irgendwie anders sei. Zumal mir noch öfter übel, als wie bei Belinda war. Glückerweise musste ich mich nicht übergeben.

Ich fühlte mich oft sehr schlapp. Da meine Abteilung auf Arbeit leider im Sommer 2001 umgezogen war und sich mein Fahrtweg so um täglich 1 Stunde verlängerte bat ich meinen Arzt um ein Beschäftigungsverbot, wegen der seelischen und körperlichen Belastung (wegen rascher SS-Folge) Erst wollte er mir nicht entgegenkommen. Als ich aber bei den Schmetterlingskindern im Internet erfuhr, dass es ja auch die Möglichkeit eines Teilbeschäftigungsverbotes gebe, sprach ich nochmals darauf an und hatte diesmal Erfolg. Ab Mai 2002 musste ich so nur noch 4 Stunden am Tag arbeiten. Als Kompensation zu dem langen Fahrtweg.

Der Frauenarzt sagte mir, dass im Krankenhausbericht neben der schon bekannten Nabelschnurumschlingung auch noch eine Plazentainsuffizienz genannt wurde. Aus diesem Grund sollte ich nun ab der 14.SSW ASS 100 (sog. Baby-Aspirin) nehmen. Was halt sehr schwach dosiert ist und dennoch das Blut verdünnt und somit die Plazenta. Besser durchblutet wird. Dies sollte ich dann bis zur 37.SSW einnehmen. Länger nicht, weil dann ein Risiko des hohen Blutverlustes bei der Geburt und einer evtl. Operation (Kaiserschnitt) bestände. Und tatsächlich, bei jedem Blutabnehmen musste ich 3x mehr auf die Einstrichstelle drücken als sonst. Es blutete sehr stark.

Beim nächsten Vorsorgetermin am 03.05.2002 untersuchte der Arzt noch mal genaustens, ob das Baby nicht einen offen Rücken hatte und vermass die Nackenfalte. Alles O.K. Na ja, nur seelisch halt nicht.

Zwar war das 1.Trimester jetzt gut überstanden. Aber doch kein Trost. Die schlimmste Zeit der Angst stand ja noch bevor. Außerdem erlebte ich diese zweite SS irgendwie ähnlich wie die Erste. Die gleichen Jahreszeiten, ET nur 3 Wochen früher (01.11.2002), wie bei Belinda (20.11.2001)

 

2.Trimester:

Ende Juni war mir einmal ziemlich übel und ich musste mich das einzige Mal in meiner SS übergeben. Schon komisch, wo so was doch mehr dem 1.Trimester zugeschrieben wird. Ich machte mir schon Sorgen und ging auch zum Frauenarzt um nach dem Baby schauen zu lassen und mich krank zu schreiben. Eine Vertretungsärztin machte dann US und sagte dass es dem Baby bestens ginge und sie vermute, das es ein Junge werde.

Erstaunlicherweise ging es mir in diesem Trimester ansonsten ganz gut, auch seelisch . Na ja, das Ende der SS war ja noch fern und nachdem ich die 2. große Vorsorgeuntersuchung am 02.07.2002, bei einem Ultraschall-Spezialisten (mit Doppler-US), hinter mir hatte fiel mir ja auch ein Stein vom Herzen. Mit meinem Baby war soweit alles in Ordnung. Außer das die Nierenbecken beiderseits erweitert, also etwas zu groß seien. Die Plazenta sah jedenfalls gut aus, und nicht danach aus, als ob sich so etwas erholen würde. Allerdings wollte er mir nicht sagen, wie die Nabelschnur gerade liegt. Er wollte mich nicht beunruhigen. Was mich noch ein wenig beunruhigte, war dass es wieder eine Vorderwandplazenta war (Na ja, man achtet schon auf Dinge, die vielleicht gar nichts bedeuten müssen. Diese Plazenta ist ja trotzdem einen andere).

Er fragte mich auch, ob ich das Geschlecht wissen wolle. Als ich bejahte, sagte er sofort: ein Mädchen ! Na ja, wird wohl eher stimmen. Der macht ja den ganzen Tag nichts als Ultraschall.

Nun machte ich mir abends dann doch so meine  Gedanken wegen dieser Nierenbecken.

Die Ergebnisnachbesprechung bei meinem Frauenarzt verlief insofern ganz gut, da mein Frauenarzt mich wegen der Nierenbeckenerweiterung beruhigen konnte. Er sagte, man werde nach der Geburt ein Nieren-US bei meinem Baby machen um nachzuschauen, ob man noch etwas erkennen könne. Er habe diese Diagnose schon bei mehreren Schwangeren gesehen und nach der Geburt des Babys konnte fast nie etwas nachgewiesen werden.

Na ja, und wenn auch, dass wäre etwas, wo man wenigstens etwas operieren könnte und das Kind danach völlig gesund wäre. Bei Belinda gab es ja so eine Chance nicht !!!

Ich war auch gut beschäftigt und abgelenkt durch den Umzug in das Haus meiner Oma. Dort sind die Vormieter ausgezogen und die Wohnung hat 4 Zimmer (117 m²) und das Haus ist umgeben von einem Riesengarten. Meine Oma wohnt auch in dem Haus, so dass sie sich darüber auch sehr freute.

Ich wollte wieder im St.Joseph-Krankenhaus entbinden, da ich mich dort bei Belindas Geburt gut betreut fühlte und ich irgendwie meinen Mut beweisen wollte und mir sagte, diesmal wird alles gut gehen, denn Belinda wird ihre Hand schützend über ihre Schwester legen.

Ich suchte mir eine Beleghebamme (d.h. diese Hebamme betreut mich außer bei der Vor- und Nachsorge auch noch die ganze Geburt über im Krankenhaus, allerdings gegen Zahlung einer Rufbereitschaftsgebühr) Ich wollte eine Hebamme die mich rundum betreut. Schon wegen meiner Angst. Die Hebamme hat auch Erfahrung mit verwaisten Müttern. Sie besuchte mich beim ersten Vorsorgetermin sogar zu Hause und sprach ganz lange mit mir. Sie sagte auch, dass diese zweite Geburt wahrscheinlich weniger schmerzhafter sein würde. Da Belinda ja bei der Geburt schon tot war, konnte sie ja nicht mithelfen, so dass ich trotz PDA doch noch ziemliche Schmerzen hatte in der Austreibungsphase.

Als wieder etwas Ruhe eingekehrt war, ging ich wieder zu dem Yogakurs, den ich schon mit Belinda im Bauch besucht hatte. Die Yogalehrerin war ja auch total lieb und weiß was mit Belinda passiert war. Trotzdem war es das erste Mal schon ziemlich schwer wieder dorthin zu gehen. Es das erste Mal seid dem Abschied von Belinda, dass ich wieder dort ins  Krankenhaus ging. Ich musste auch weinen. Aber Thang (die Yogalehrerin) nahm mich ganz lieb in die Arme und tröstete mich. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an die Situation und den Ort. Allerdings nahm ich irgendwie schon Abstand von den anderen Schwangeren. Ich war nicht so überglücklich und sorglos wie diese Frauen. Ich konnte mich mit denen nicht so richtig identifizieren. Na ja, wäre Thang nicht da, wäre ich wohl auch nicht mehr zu dem Kurs hingegangen.

Und auch zum Schwangerenschwimmen wollte ich wieder gehen. Diesmal machte ich aber einen Kurs im Neuköllner Krankenhaus. Erst mal ist das Schwimmbad etwas näher als das vom St.Joseph-Krankenhaus und auch die Kurszeiten waren viel flexibler. Und auf das Schwimmen wollte ich keinesfalls verzichten. Echt eine Wohltat!

3.Trimester:

So, nun wurde mir doch schon langsam bange.

Die 3. US-Vorsorgeuntersuchung am 26.08.2002 bei dem Spezialisten verlief ohne Probleme. Nur die Sache mit den Nierenbecken war unverändert. Die Plazenta und das Fruchtwasser seien normal. Na ja, bei Belinda war?s das ja zu dem Zeitpunkt auch noch. Irgendwie nicht 100%ig beruhigend! 

Von nun an sollte ich öfters zum Doppler-US (wegen der Vorgeschichte) Am 19.09.2002 war wieder alles soweit O.K.

Am 09.09.2002 war ich wieder zur Besprechung bei meinem Frauenarzt. Er machte auch noch einen letzten Abstrich. Und wie ich Ende September erfuhr fand man B-Streptokokken-Bakterien. Ich war sehr besorgt deswegen, da ich ja von einer anderen verwaisten Mutter weiß, dass sie dem Baby bei der Geburt schaden können bzw. für das Baby lebensgefährlich werden können. Mein Frauenarzt beruhigte mich und sagte, dass viele Frauen diese Bakterien hätten und da man ja diese Bakterien bei mir nachgewiesen hatte, würde man bei der Geburt auch darauf achten. Vor allem bei einem vorzeitigen Blasensprung können diese Bakterien ja zum Kind gelangen, da es nicht mehr durch die Fruchthülle geschützt ist.  Der Arzt sagte, es macht jetzt nur vorab Sinn Milchsäurebakterien-Zäpfchen zu nehmen um das Scheidenmilieu zu verbessern. Den Rest müsse man dann bei der Geburt sehen. 

Ich besprach auch mit meiner Hebamme, dass ich die Geburt eventuell früher einleiten lassen wolle. Sie machte mir aber soweit Mut, dass ich nun doch zu mindestens bis zum errechneten Termin warten wollte, da eine eingeleitete Geburt ja doch nicht so gut für das Kind ist. Auch wollte ich meinem Mädchen die Chance geben, eventuell von alleine früher zu kommen.

Am ersten Oktoberwochenende hatte ich öfters ein Ziehen im Bauch. Na ja, sind wohl die Senkwehen, dachte ich mir. Am Montag war dann auch wieder Ruhe.

Am 10.10.2002 hatte ich nun einen Vorstellungstermin im Krankenhaus. Beim Ultraschall stellte man fest, dass das Fruchtwasser in der unteren Norm sei und die Plazenta leichte Verkalkungserscheinungen hätte (was wohl aber laut der dortigen Ärztin normal sei) Das mit dem Fruchtwasser solle man in einer Woche unbedingt noch mal überprüfen.

Abends rief ich meine Hebamme an und berichtet ihr von dem Vorstellungstermin. Sie beruhigte mich wegen der Plazenta. Das müsse so sein, sonst würde der Körper keine Wehen in Gang setzten. 

Ich muss sagen trotz dieser ganzen doch etwas beunruhigenden Nachrichten überstand ich diese letzte Phase der SS doch ganz gut. Die große Panik, so wie es mir gedacht hatte, setzte auch gar nicht ein. Wahrscheinlich hatten die ?Glücksgefühl?-Schwangerschaftshormone auch ihr Gutes dazu beigetragen.

Am 12.10.2002 hatte ich mal wieder eine CTG-Kontrolle (auch dazu sollte ich häufiger, als normale Schwangere gehen) Man konnte auch ein paar Wehen sehen.

Am 13.10.2002 (Sonntag) war mein Bauch wieder ruhig. Ich machte die Wohnung sauber und ging spazieren. Meine Hebamme riet mir dazu um die Wehen zu fördern. Nun war ich ja auch seit Freitag in der 38.SSW und somit wäre Melissa keine Frühgeburt mehr, wenn sie jetzt kommen würde. Außerdem bekam ich von meiner Hebamme noch Hoömopathische Mittel zur Wehenförderung, die ich schon einige Tage nahm. Außerdem ließ ich mich zur Geburtserleichterung auch noch akupunktieren. Ich unternahm also eine Menge um die Geburt doch noch früher geschehen zu lassen ! Außerdem redete ich beim Spazieren gehen an diesem besagten Sonntag noch mit meinem Bauchmädchen und bat sie, sie solle doch jetzt bald kommen. Ich hätte ja soviel Angst um sie und wolle diese schreckliche 39.SSW (wo ich Belinda verlor) nicht erleben. Sie sei ja jetzt bestimmt schon relativ reif für die Geburt.

Gegen Mitternacht hatte ich dann wieder so ein Ziehen im Rücken, wie das Wochenende zuvor. Ich dachte mir, dass es bestimmt wieder Senkwehen oder Übungswehen seien und ging schlafen.

 

Die Geburt:

Gegen 5 Uhr morgens wachte ich dann auf, da ich wegen dem Ziehen im Rücken nicht richtig mehr schlafen konnte. Ich ging zur Toilette und versuchte mich dann wieder hinzulegen. Aber das ging irgendwie nicht.

Irgendwann gegen 7 Uhr hatte ich dann leichte Blutungen. Außerdem musste ich immerzu zur Toilette gehen. Ich setzte mich auch öfters auf meinen Gymnastikball, was mir sehr gut tat.

Ich rief nun meine Hebamme an und verabredete mich mit ihr im Kreißsaal, da es ja jetzt wohl doch Ernst wurde. Ich weckte meinen Mann und der machte sich auch fertig. Nur ich schaffte es irgendwie nicht richtig mich anzuziehen. Die Wehen kamen so häufig, dass ich es echt nicht mehr schaffte mich anzuziehen. Und der Gedanke jetzt noch Auto fahren zu müssen. Das konnte ich einfach nicht mehr. Als ich dann mal wieder auf der Toilette saß, war mir sehr übel und plötzlich hatte ich einen unheimlichen Pressdrang. Ich fühlte mich erst total überrumpelt, denn ich konnte nicht glauben, dass es schon soweit war. Aber instinktiv sagte ich nun zu meinem Mann, der am Waschbecken stand und sich wusch, dass das Baby jetzt kommen würde und legte mich schnell auf den Badezimmerboden. Mein Mann blieb glaube ich recht ruhig. Jedenfalls kam er sofort zu mir.

Ich presste und der Kopf von unserem Baby war schon draußen. Dann ging es aber in der Wehenpause nicht weiter. Mein Mann wurde nun schon unruhig und meinte ich solle pressen. Mit aller Kraft sagte ich ihm, dass das ohne Wehe nicht ginge (typisch, wenn man keine Ahnung hat, er meinte später sogar, er hätte den Rest von Melissa rausgezogen, hätte ich ihm das nicht gesagt) Na ja, und dann kam auch schon die zweite Presswehe und Melissa war geboren. Mein Mann nahm seine Tochter entgegen und legte sie mir zum Wärmen auf dem Bauch und deckte sie mit Handtüchern zu. Wir machten uns Sorgen, da sie erst nicht schrie. Dann legte sie aber doch los und schrie ganz laut! Wir waren erleichtert.

Nun bekam er doch die Panik und suchte nach der Telefonnummer von der Hebamme und rief sie an. Die war ganz erstaunt und sagte er solle den Storchenwagen anrufen und sie dann wieder anrufen. Sie sprach dann die ganze Zeit mit mir bis der Notarzt eintraf. Sie meinte das sich Melissa Schreien gut anhören würde und fragte wie es mir ginge.

Ich war irgendwie noch ganz benommen und auch überrascht, so dass ich mir in diesem Moment noch gar nicht richtig Gedanken machen konnte, was alles hätte schief gehen können, bei dieser ungeplanten Hausgeburt und war doch froh, dass dem Anschein nach alles O.K. war. Ich war meiner zweiten Tochter so dankbar, dass sie mir den Wunsch erfüllt hatte und früher gekommen war.

Kurz nach dem Notarzt, der nach dem Rechten schaute, traf auch der Storchenwagen ein. Die Hebamme vom Storchenwagen durchtrennte nun die Nabelschnur. Nach einer kurzen Kontrolle des Babys, legte man sie in einen Inkubator.

Die Hebamme sagte, dass ich einen Dammriss hätte und die Plazenta noch nicht kommen wolle. Man würde mich nun so liegend ins Krankenhaus zusammen mit Melissa bringen.

Die Fahrt war schrecklich! Die Plazenta im Bauch war sehr unangenehm und der Krankenwagen war so gut gefedert, dass man jeden Holperstein auf der Straße spürte.

Im Krankenhaus wurde ich dann örtlich betäubt und genäht. Diese Näherei tat unheimlich weh. Dem Empfinden nach fand ich die Naht schlimmer als die Geburt selbst. Aber was solls? Hauptsache meinem Baby geht es gut!

Noch im Kreißsaal versuchte die Hebamme mir Melissa an die Brust zu legen. Sie war aber noch total geschafft und saugte nur ganz kurz mal. 

Letztendlich hatte meine Hebamme also recht behalten. Die Geburt war trotz fehlender Schmerzmittel wesentlich schmerzfreier verlaufen. Eher unangenehm, als so richtig schmerzvoll.

         

Nach der Geburt:

Auf der Wochenbettstation angekommen,  herrschte sehr viel Hektik. Das Zimmer war voll (4 Wöchnerinnen + Babys) Eine sollte aber heute noch entlassen werden. Die Schwestern stellten sich gleich vor und waren sehr nett.

Im Laufe des Tages musste Melissa öfters spucken und sollte deshalb nachts zur Beobachtung ins Schwesternzimmer.

Am nächsten Morgen teilte man mir mit, dass man Melissa auf die Neugeborenen-Intensivstation gebracht hätte, da sie ständig blau anlief.

Das war ein totaler Schock. Es ging er doch nach der Geburt noch so gut! Sollte ich dieses Baby auch noch verlieren !?

Ich besuchte Melissa und sie lag in einem Inkubator. Sie sah in der Tat ziemlich schwächlich aus. Ich musste weinen.

Man legte ihr eine Magensonde zum Auspumpen, da sie sehr viel Fruchtwasser geschluckt hatte.

Das Schlimmste aber war, dass man mir nicht so genau sagen konnte, was sie hätte. Man vermutete nur, dass es Anpassungsschwierigkeiten sein könnten.

Als man nach einer Blutentnahme feststellte, dass das Blut etwas dick sei, bekam sie auch noch einen Tropf mit Flüssigkeit zur Blutverdünnung.

Ich pumpte nun meine Milch mit einer Milchpumpe ab. Ich hatte anfangs natürlich noch nicht viel Milch. Nur die Vormilch (Kolostrum) und die gab man ihr verdünnt mit einer Glukoselösung. Außerdem gab man ihr noch zusätzlich HA-Nahrung zum Aufpäppeln, bis endlich mein Milcheinschuss kam.

Melissa war an Kontrollgeräten angeschlossen und es gab Probleme mit ihrer Sauerstoffsättigung. Immer, wenn sie trank, piepte das Gerät, da sie einen Sättigungsabfall hatte. Es war nervenaufreibend ! Warum nur !??Sie hatte totale Koordinationsprobleme mit dem Saugen, Schlucken, Trinken und gleichzeitigen Atmen.

Nach einer Woche wurde ich nun aus der Wöchnerinnenstation entlassen. Nur Melissa konnte ich immer noch nicht mitnehmen. Ich war sehr traurig !

Damit ich sie voll stillen konnte, mietete ich mir im Krankenhaus ein Appartement. Eine Stillberaterin half mir beim Anlegen. Anfangs gab es Probleme, da Melissa ja anfangs Nahrung aus der Flasche bekam. Aber nach einer Woche klappte es dann sehr gut.

Nach Melissas erster Lebenswoche ging es ihr auch schon wieder besser und sie kam in ein Wärmebettchen. Die Kinderärztin sagte mir aber, dass man sie nicht entlassen könne, solange sie das mit den Sättigungsabfällen hätte. Man würde alle möglichen Untersuchungen machen, um eine Ursache herausfinden zu können.

Nach 3 deprimierenden und nervenaufreibenden Wochen konnte ich nun Melissa endlich mit nach Hause nehmen. Es waren zwar noch nicht alle Untersuchungsergebnisse da, aber es gab nichts organisch Auffälliges und das mit den Sättigungsabfällen hätte sich auch enorm gebessert.

Im Nachhinein hat man auch Nichts weiter gefunden. Es war dann wohl doch etwas viel für Melissa gewesen. Die schnelle Geburt und 18 Tage zu früh.

Ich bin meiner tapferen Melissa nun sehr dankbar, dass sie heute gesund und munter ist.

Danke auch an meinen Engel Belinda, dass sie so sehr auf ihre Schwester aufgepasst hat !!!

 

Ich liebe Euch so sehr meinen beiden Mädchen !

 

                                                

 

 Nun noch noch ein paar Fotos von Melissa Estrella:

 

 

Melissa an Ihrem Geburtstag

Melissa muß leider noch drei Wochen auf der Neugeborenen-Intensivstation verbringen. Diagnose: Anpassungsschwierigkeiten nach der schnellen Geburt

Melissa ist jetzt schon 2 Monate alt und ganz schön schwer geworden.

Melissa besucht das erste Mal ihre große Schwester.

 

 

Ich habe eine gute Nachricht zu verkünden!!!

Belinda hat noch eine kleine Schwester bekommen.

Hier die Geburtsdaten:

 

 

Name:              Lucinda Luana

Geburtstag:    12.12.2005

Geburtsort:    Berlin-Neukölln           

Uhrzeit:          15 Uhr 26                                                          

Größe:             49 cm

Gewicht:          3.225 g

 

baby

 

Schwangerschaft und Geburt 

Lucinda Luana


1.Trimester:

 

Zweieinhalb Jahre nach Melissas Geburt war ich nun zum dritten Mal schwanger!

Ich hatte die Stillgeburt von Belinda mit der Zeit nun etwas besser verarbeitet und auch Melissa spendete mir seit ihrer Geburt Trost und hielt mich auch ständig auf Trab. Was mir natürlich sehr half wieder am normalem Leben teilzunehmen. Diese dritte Schwangerschaft ging aber dadurch viel schneller und wie im Flug vorbei. Sie lief praktisch neben Melissa und meiner Arbeit nur so nebenher. Nur vom 5. bis 7.Schwangerschaftsmonat hatte ich doch arg mit der Schwangerschaft zu tun. Natürlich hatte ich wieder ziemlich oft Angst wieder mein Kind zu verlieren.

 

2.Trimester:


Diesmal tauchte ein ganz anderes Problem, was eher für mich als für das Baby unangenehm war. Ich hatte extremes Sodbrennen. Die Hebamme sagte auch, dass Baby liege für mich recht ungünstig, so dass es zu dem Sodbrennen kam.

Da mir oft so übel war, ich mich auch übergeben musste und starke Magenschmerzen mit Schlafmangel hatte, empfohl mir mein Arzt die Einnahme von Magengel zur Bindung der Magensäure. Ich liess mich des öfteren krank schreiben. Einmal musste ich áuf dem anderthalbstündigen Weg zur Arbeit aus der U-Bahn aussteigen um mich zu übergeben. Oder die Beschwerden gingen auf Arbeit los und ich hatte immer noch diesen langen Fahrtweg nach Hause vor mir. Diese Zeit der Schwangerschaft war echt nicht einfach. Im August 2005 war es sogar so schlimm, dass ich vor lauter Schlafmangel und Appetitlosigkeit so schlapp war, dass mir die Hebamme empfohl mich ein paar Tage im Krankenhaus aufpäppeln zu lassen. Man legte mir einen Tropf zur künstlichen Ernährung an. Das half mir schon ganz gut nur mit dem Schlaf happerte es. Ich hatte eine Zimmernachbarin aus Bangladesh, die im 3.Monat schwanger war und unter extremer Schwangerschaftsübelkeit litt. Sie musste sich ständig übergeben und jammerte stänidg rum. Dafür hatte ich ja noch Verständnis. Aber sie forderte mich ständig auf etwas zu tun (z.B. Das Fenster zu öffnen) obwohl es mir auch nicht besonders ging. Die Krankenschwestern kamen schon gar nicht mehr so oft zu ihr, weil sie das Verhalten schon kannten. Nachts machte sie das grelle Licht an und polterte mit Ihrem Tropf durchs Zimmer auf die Toilette und zurück, obwohl es vom Flur recht hell war und man ja auch etwas leiser hätte sein können. Als ich einmal Fernsehen (mit Kopfhörer) schaute, bat sie mich diesen auszumachen, da sie soweit ich sie vom Deutsch her verstand eine muslimische Frau sei und es sich nicht schicke für sie Fernsehen zu schauen. Sie rief auch ständig zu Allah wegen Ihres Zustandes. Na ja, wenn das ihr hilft kann ich das akzeptieren.

Der Gipfel war aber, dass ihr Mann seine Frau um 3 Uhr morgens anrief, das er wohl von der Arbeit nach Hause kam und sie laut und ausgiebig telefonierte, da habe ich dann doch protestiert.

Na ja, ist halt ein Erlebnis was man nie vergisst.

Na ja und Mitte Oktober plötzlich waren die Beschwerden wie weggeblasen. Ich dachte schon es wird mit wachsendem Bauch schlimmer und schlimmer.So konnte ich in Ruhe Melissas 3.Geburtstag feieren. Sie registrierte natürlich durch den wachsenden Bauch auch, das sich bald etwas extrem verändern sollte, jedenfalls versuchte ich die Zeit alleine mit ihr noch so gut wie möglich zu geniessen. Im Juli war ich alleine mit Ihr für zwei Wochen an der Ostsee. Das war sehr intensiv. Zum Geburtstag bekam sie dann auch ein Buch über Geschwisternachwuchs, dass ihr ganz toll gefiel und sie es ständig vorgelesen haben wollte.

Übrigens meine Hebamme ist wieder eine Beleghebamme, allerdings diesmal vom Neuköllner Krankenhaus, wo ich auch die Woche stationär verbrachte und entbinden wollte.

Diesmal wollte ich alles anders machen, da mir offenbar aus unerklärlichen Gründen das St.Joseph Krankenhaus kein Glück gebracht hat. Ausserdem wurde Anfang 2005 das neue Mutter-Kind-Zentrum vom Neuköllner Krankenhaus eröffnet, so dass man dort jeglichen Komfort (Kreissaal neben der Neugeborenen-Intensivstation, eigene Kantine, wo man auch bei Nichtbettlägerigkeit gemütlich essen kann und vor allem aussschlieslich 2-Bettzimmer und natürlich auch 1-Bettzimmer für die Privatpatienten. Jedenfalls keine 4-Bettzimmer wie im St.Joseph-Khrs. Jedes Zimmer und auch jeder Kreissaal verfügte über ein eigenes Bad mit Dusche).

Ausserdem besuchte ich wieder den Schwangerenschwimmkurs im gleichen Krankenhaus. Zu mehr Kursen ausser einem Geburtsvorbereitungskurs für Frauen und Paare ab dem 2.Kind an 2 Samstagen hatte ich leider diesmal keine Zeit.

Auch diese Schwangerschaft wurde wieder genau überwacht (insbesondere das letzte Drittel).

Beim 2.Schwangerschaft-Screening (Organ-Ultraschall) in der 23.SSW war ich gerade wegen meinem Sodbrennen stationär, so dass ich den Termin zum Doppler-US bei einer Spezialpraxis absagte. Man hatte mir nämlich auf angeboten den Ultraschall direkt in der Klinik machen zu lassen. Ich hatte sogar Glück, dass an jenem Tag keine Sprechzeiten für Nichtstationäre angeboten wurden, ich aber an diesem Tag entlassen werden sollte und ich somit beim Oberarzt für US-Diagnostik landete. Dieser schaute sich ganz genau mein Baby an. Auch die Versorgung durch Plazenta und Nabelschnur. Er stellte eine Art Knoten in der Plazenta fest (Fachbezeichnung: Aa. Uterinae mit Notching) und da er sich sehr mit diesem Thema beschäftigt empfahl er mir eine Vorstellung beim Professor Dr.Kiesewetter beim Institut für Transfusionsmedizin an der Charité in Berlin-Mitte. Dort solle mein Blut untersucht werden und entschieden werden, ob die weitere Einnahme von ASS 100 zur Blutverdünnung ausreiche (dieses nahm ich wie bei Melissa seit der 14.SSW ein). Der Oberarzt beruhigte mich, indem er sagte, das neben dieser Blutuntersuchung natürlich auch eine engmaschige Kontrolle (zunächst in der 28.SSW ) erfolgt.

Übrigens sollte es wieder ein Mädchen werden. Das Dritte!


Tatsächlich konnte man in der Charité etwas finden. Ich hatte bei einigen Blutuntersuchungswerten (u.a. Leukozyten, CRP) erhöhte Werte. Man erklärte mir, dass ich eine sogenannte Trombophilie (einem Hang zur erhöhten Blutgerinnerung und somit einer erhöhten Gefahr für mich eine Trombose zu bilden). Es wird sogar diskutiert, das auch die damalige Totgeburt damit in Zusammenhang gebracht werden kann. Auf jedenfall sollte ich schon von Beginn der Untersuchungen an der Charité das ASS 100 absetzten und stattdessen 1x täglich Heparin (Fragmin P-forte) in den Oberschenkel spritzen, da dies für mich das einzige Effektive zur Blutverdünnung sei. Ich sollte damit bis 6 Wochen nach der Geburt fortfahren. War schon echt eine Überwindung mir diese Spritzen jeden Tag zu setzten und ich hatte ständig blaue Flecken an den Einstichstellen. Ausserdem verschrieb man mir Kompressionsstrümpfe während der Schwangerschaft. Aber es beruhigte ungemein, jetzt wahrscheinlich den Hauptgrund für Belindas Tod und eine Möglichkeit gefunden zu haben, eine Widerholung bestmöglich zu verhindern. Danke lieber Oberarzt für den Tipp.

Bei der Kontrolluntersuchung im Neuköllner Krhs. In der 28.SSW ergab sich eine leichte Verbesserung der Werte und nur noch ein angedeutetes aber beidseitiges Notching in der Plazenta.

Das Baby zeigte ein gutes Wachstum.

Mit meiner Hebamme besprach ich nun, dass ich eine vorzeitige Geburtseinleitung bei 38 SSW wünschte um meiner trotzdem natürlich noch vorhandenen Angst entgegenzuwirken.

Wir hatten einen Termin zusammen mit der Kreissaaloberärztin, die keine Bedenken hatte.

Übrigens war meine liebe Hebamme bei sämtlichen Kontroll-US dabei und zwischendurch hatte ich auch im Wechsel Vorsorgeuntersuchungen bei meinem Frauenarzt und bei ihr direkt im Krankenhaus mit CTG.

 

3.Trimester:

In der 32.SSW war die nächste Kontrolle, wobei nur noch rechts ein angedeuteter Notching vorhanden war. Die Werte hatten sich wohl Dank Heparinisierung verbessert, so dass wohl eine Verlaufskontrolle in 4-5 Wochen reichen sollte.

Nun ging es ja auch langsam wieder dem Ende der SS zu und die Angst wuchs doch. Glücklicherweise musst ich ja nun nicht mehr arbeiten, so dass eine Last wegfiel.

Die letzte Kontrolle vor der geplanten Geburtseinleitung war am 30.11.2005 in der 36+0 SSW wobei ein gutes fetales Wachstum bestätigt wurde.

Einmal im Monat war ich natürlich auch in der Charité zur Kontrolle und Blutabnahme.

Am 06.12.2005 riefen die mich nach der letzten Blutabnahme an, die Werte seien wieder erhöht, so dass ich bis zur Geburt 2x täglich Heparin spritzen sollte.

Der Termin zur Einleitung stand nun auch fest. Es sollte der 14.12.2005 werden. Na ja, so war es dann auch nur gut eine Woche mit den 2 Spritzen täglich.

Am 08.12.2005 war nun die letzte Vorsorge beim FA. Das CTG war OK und zeigte 2 Wehen.

Da wieder B-Streptokokken bei mir festgestellt wurden, war man informiert, dass man nach der Geburt darauf achten müsse und mir vorsorglich unter Geburt Antibiotika geben würde.

Am Sonntag, den 11.12.2005 ging es mit seit dem Morgen sehr schlecht. Ich hatte fürchterliche Gelenkschmerzen und kam kaum hoch und ich fühlte mich recht schlapp. Ich verbrachte den Tag im Bett. Da es mir abends nicht soviel besser ging, machte ich mir sorgen um mein Mädchen, so dass ich meinen Mann bat, mich ins Krankenhaus zur Kontrolle zu begleiten. Meine Mutter holte Melissa ab, damit sie dort übernachten konnte.

Diese Nacht bei Oma und Opa entpuppte sich als eine Schreckliche wie ich im Nachinein erfuhr (mein Vater schloss spät abends das Gartentor zu und wurde von einem Maskierten überfallen und ins Haus gedrängt und durch die Windfangtür aus Glas gestossen. Von dem Lärm geweckt, kam meine Mutter an und wurde gezwungen sich auf den Boden zu legen. Der Mann verlangte Geld. Was für ein Schock. Glücklicherweise merkte Melissa von alldem nichts, den sie schlief fest. Gott sei Dank! Sogar in der Zeitung wurde davon berichtet).

Nun zurück zur Schwangerschaft (ich fand nur dieser Exkurs gehört irgendwie als Ereignis erzählt).

Wir machten uns also auf den Weg und packten vorsichtshalber meine Krankenhaustasche mit ins Auto. Ich rief vorher den Kreissaal an. Da ich meine Hebamme nicht direkt erreichen konnte, da sie dort 3 Geburten hatte, teilte ich dem diensthabenden Arzt mein Kommen mit.

Im Kreissaal angekommen kam dann doch kurz meine Hebamme und sagte dass ihre Kollegin (sie arbeiten zu dritt im Team als Beleghebammen zusammen, damit sie sich notfalls vertreten können) mich heute übernehmen würde, sie aber nach Beendigung der Geburten noch kurz vorbeischauen würde. Man leitete mich und Gary in ein Vorwehenzimmer im Kreissaal, wo die Kollegin, eine mir aus dem Geburtsvorbereitungskurs in Melissas SS bekannte Hebamme, kam. Wir machten gleich ein CTG und die Werte vom Baby waren auch nicht so gut. Ich sollte viel Wasser trinken, denn manchmal werden dadurch die Werte wieder besser. Die Hebamme empfahl mir nun die Nacht im Kreissaal zu verbringen, um uns besser kontrollieren zu können. Wahrscheinlich würde die Geburt schon morgen, am Montag, den 12.12.2005 eingeleitet werden.

Die diensthabende Hebamme im Kreissaal (übrigens die, die auch den Schwangerenschwimmkurs leitet, was für Zufälle) brachte mir ein Abendbrot und sagte, dass sie mich ja denn wohl am Montag von der Kursliste streichen könne!)

Als meine Hebamme dann um kurz nach Mitternacht nach 3 anstrengenden Geburten zu mir kam, machten wir nochmal ein CTG, was unverändert schlecht war und dann verabschiedete sie sich bis morgen früh um Acht.

Die Geburt:

 

Wir machten wieder ein CTG, was unverändert war und unregelmäßige Wehen, wie am Vortag zeigte. Sie sagte mir, dass wir die Einleitung erst gegen Mittag machen könnten, weil der Operationssaal gerade besetzt war, um bei einem eventuellen Kaisersschnitt besser handeln zu können. Der Gedanke an einen nicht natürliche Geburt missfiel mir schon sehr. Meine Hebamme riet mir nach dem Frühstück nach draussen spazieren zu gehen. Für mein Wohlbefinden und auch um eventuelle Geburtswehen anzuregen.

Vorher untersuchte sie mich auch noch vaginal und der Schleimpropf wurde von ihr zur Wehenanregung entfernt.

Wieder zurück im Kreissaal folgte ein weiteres CTG. Diesmal waren die Werte glücklicherweise unauffällig. Nur Wehen hatte ich kaum noch. Wir gingen nun in einen der Entbindungsräume und man öffnete meine Fruchtblase, damit Lucindas Köpfchen auf den Muttermund drücken konnte und somit Wehen angeregt werden konnten. Es gab dann auch mehrere, aber unregelmäßige Wehen.

Die Hebamme war fast die ganze Zeit bei mir (ein echter Vorteil bei einer Beleghebamme).

Mein Mann stiess später dazu. Er war nachts zu Hause gewesen.

Die Hebamme unterhielt sich mit mir und stellte fest, dass die Wehen nocht nicht für die Geburt ausreichten, da ich mich noch zu gut mir ihr unterhalten könnte. Schließlich kam ich an den Wehentropf. Erst dann kamen richtige Geburtswehen. Das CTG war die ganze Zeit OK, so dass ein Kaiserschnitt erstmal nicht mehr in Frage kam. Tja, ich hatte wieder mal das Gefühl ständig auf Toilette zu müssen (glücklicherweise im eigenen WC im Zimmer). Zunächst kreiste ich mit dem Becken im Stehen und auf einem Pezziball. Auch lehnte ich mich gegen meinen Mann und der massierte mit einem Igelball meinen unteren Rückenbereich. Irgendwann fühlte ich mich mit dem Pezziball nicht mehr wohl, so stand ich viel und veratmete die Wehen auch mit Tönen (wie ich es aus den Yogakursen der ersten beiden SS kannte). Das half ganz gut den Schmerz zu ertragen. Aber dann wurde es doch recht heftig und ich wollte eine PDA. Die Hebamme sagte wohlwissend, dass wir das wohl nicht mehr schaffen würden. Eingeleitete Geburtswehen sidn echt viel heftiger als natürliche wie bei Melissa.


Sie holte nun einen Gebärhocker und bereitete die Geburt vor. Ich musste mich ein wenig übergeben (die Hormone)! Ich setzte mich, was ich unter Umständen als angenehm empfand und mein Mann sass hinter mir. Ich lehnte mich an ihm und er stütze mich. Der Arzt kam herein.

Dann kam auch schon der Presszwang und die Hebamme leitete mich an zwecks Pressen und Atmen. Ohne ihre Hilfe hätte ich das nicht so gut hingekriegt. Ich war vor Schmerz ganz durcheinander.

Nach glaube ich drei Presswehen kam dann Lucindas Kopf heraus. Die Hebamme führte meine Hand an Lucindas Kopf um mich zu motivieren. Ja und nach der nächsten Wehe rutschte dann der Rest hinterher. Es war 15:26! Die Hebamme hatte geschätzt, dass die Geburt gegen Abend sein würde. Da sieht man wie schnell die Geburt plötzlich voran ging. 

 

 

 

Nach der Geburt:

 

Lucinda wurde mir auf den Bauch gepackt. Die Nabelschnur wurde durchtrennt.

Dann untersuchte die Hebamme die kleine Maus. Es war alles in Ordnung. Der Arzt nähte meinen Dammriss (er war leichter als bei Melissa und verheilte auch besser und schneller).

Dann bekam ich Lucinda wieder. Die Hebamme sagte, sie hätte kaum noch Käseschmiere, was darauf hindeutet, dass sie von der Reife eher am Termin und nicht zwei Wochen vorher war.

Da ich Melissa zur Zeit der Empfängnis noch stillte, war mein Zyklus eh unregelmäßig, so dass es wohl für den Frauenarzt schwieriger war, den richtigen Termin festzustellen.

Lucinda Luana hatte fast die gleichen Geburtsdaten wie Melissa!

Sie hatte viele schwarze Haare, aber etwas weniger als Melissa, sah ihr aber sehr ähnlich.

 

Die Geburt von Lucinda Luana und die erste Zeit mit ihr war nun endlich mal so unproblematisch, wie ich es mir bei den ersten beiden gewünscht hätte. Ich bin noch heute sehr glücklich und zufrieden deshalb.

Ich glaube das Schicksal meinte es nach Belindas Tod gut mit mir und entschädigte mich mit zwei gesunden Mädels, nachdem mir mein erstes Mädchen ja vergönnt geblieben war.

Diese Tatsache spendete mir und spendet mir immer noch unheimlich viel Trost und Zuversicht!


 

Lucinda ist gerade 2 Tage alt und wird schon von der Krankenhausfotografin belichtet

 

 

Hier ein gemeinsames Bild der kleinen Schwestern vom Juni 2006.

Engel in Gedenken an Belinda!!!

 

                                                                                

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